Kurz gesagt: Auf marokkanischem Darija heißt „danke“ chokran, „bitte“ (als Bitte) 3afak, „gern geschehen“ bla jmil, „ja“ iyeh und „nein“ la. Dazu wakha („okay“) und sme7 li („Entschuldigung“), und Sie haben die kleinen Wörter, die jede Begegnung in Marokko freundlicher machen.

Anders als im Deutschen gibt es kein Wort, das gleichzeitig „bitte“ und „gern geschehen“ bedeutet: Wer um etwas bittet, sagt 3afak; wer auf ein Danke antwortet, sagt bla jmil. Hier finden Sie jedes Wort, die passenden höflichen Antworten und kurze Dialoge zum Üben.

Das Wichtigste auf einen Blick

Deutsch Darija Arabische Schrift
Danke chokran شكرا
Vielen Dank chokran bezzaf شكرا بزاف
Gern geschehen bla jmil بلا جميل
Bitte (bei einer Bitte) 3afak عافاك
Ja iyeh إيه
Nein la لا
Okay, einverstanden wakha واخا
Entschuldigung (zu einem Mann) sme7 li سمح لي
Entschuldigung (zu einer Frau) sme7i li سمحي لي
Kein Problem ma-chi mouchkil ماشي مشكل

Danke: chokran und seine wärmeren Varianten

Chokran passt überall: im Laden, im Taxi, im Café oder bei Freunden zu Hause. Verstärken können Sie es mit bezzaf („sehr, viel“): chokran bezzaf. Viele Marokkaner sagen auch einfach französisch merci oder mischen: merci bezzaf. Beides ist im Alltag ganz normal.

Zwei längere Ausdrücke klingen besonders herzlich, weil sie dem anderen etwas Gutes wünschen:

  • Llah y3tik s-se77a (الله يعطيك الصحة), wörtlich „Gott gebe dir Gesundheit“. Eine freundliche Art, jemandem zu danken, der für Sie gearbeitet hat: dem Kellner, dem Fahrer, jemandem, der Ihr Gepäck getragen hat.
  • Llah ykhlef (الله يخلف), etwa „Gott möge es dir ersetzen“. Das sagt man nach dem Essen zum Gastgeber, als Dank für die Mahlzeit. Beim Tee gilt dieselbe Höflichkeit: siehe Etikette beim marokkanischen Minztee.

Gern geschehen: bla jmil

Wenn sich jemand bei Ihnen bedankt, antworten Sie bla jmil. Jmil ist ein Gefallen, eine Freundlichkeit; bla jmil bedeutet also etwa „ohne Gefallen“: Sie schulden mir nichts.

Wenn sich jemand bei Ihnen entschuldigt (weil er Sie angerempelt hat oder zu spät kommt), ist die natürliche Antwort ma-chi mouchkil, „kein Problem“.

Bitte: 3afak

3afak ist das Darija-„Bitte“ für Bitten und Bestellungen. Es steht meist am Ende:

  • 3tini wa7ed atay, 3afak. — Einen Tee, bitte.
  • 3awed 3afak. — Noch einmal, bitte.
  • B chwiya 3afak. — Langsam, bitte.

Eigentlich ist 3afak ein kleiner Segenswunsch, ähnlich wie „Gott erhalte dich gesund“. Deshalb klingt es freundlich und nicht förmlich. Eine direkte Bitte wie 3tini… („gib mir…“) ist auf Darija völlig normal und nicht unhöflich, solange 3afak dabei ist.

Mit 3afak können Sie auch höflich jemanden ansprechen, bevor Sie etwas fragen: 3afak, fin kayn l-7ammam? („Entschuldigung, wo ist das Hammam?“).

Ja, Nein und Okay

Darija Arabische Schrift Bedeutung Wann man es benutzt
iyeh إيه ja das normale Ja
ah آه ja (locker) sehr häufig in der gesprochenen Sprache
wakha واخا okay, einverstanden um einen Vorschlag oder Preis anzunehmen
safi صافي das war's, genug, fertig um etwas abzuschließen oder „genug“ zu sagen
la لا nein das normale Nein
ma-bghit-ch ما بغيتش ich will (es) nicht eine klare, einfache Ablehnung

Zwei Kombinationen, die Sie täglich brauchen:

  • Iyeh, 3afak. — Ja, bitte.
  • La, chokran. — Nein, danke.

Wakha ist vielleicht das nützlichste Wort in diesem Artikel. Jemand schlägt eine Uhrzeit, einen Preis oder einen Plan vor, und wakha heißt „okay, passt mir“. Als Frage (wakha?) bedeutet es „einverstanden?“.

Safi heißt „genug“. Wenn der Händler immer mehr Tomaten in die Tüte legt oder die Gastgeberin Ihren Teller immer wieder füllt, stoppt ein freundliches safi, chokran das Ganze.

Entschuldigung: sme7 li

Sme7 li bedeutet sowohl „Entschuldigung, darf ich?“ als auch „Verzeihung“. Sie sagen es, um sich durch eine volle Gasse in der Medina zu schieben, um jemanden anzusprechen oder um sich zu entschuldigen. Die Form hängt davon ab, mit wem Sie sprechen:

  • sme7 li — zu einem Mann
  • sme7i li — zu einer Frau
  • sme7o li — zu einer Gruppe

Die Antwort ist meist ma-chi mouchkil („kein Problem“).

Höflich Nein sagen

An belebten Orten wie der Medina von Marrakesch hört man aus vielen Ladentüren aji, chouf! („komm, schau mal!“). Ein ruhiges la, chokran mit einem Lächeln ist die höfliche Antwort, und Sie können es so oft wiederholen wie nötig. Erklären oder genervt klingen müssen Sie nicht.

Bei Gastgebern ist das Ablehnen von Nachschlag ein kleines Ritual. Man wird Ihnen wahrscheinlich mehrmals nachlegen wollen. Legen Sie die Hand aufs Herz und sagen Sie safi, chokran, chb3t (صافي، شكرا، شبعت, „genug, danke, ich bin satt“), danach llah ykhlef.

Vier kurze Dialoge

Im Café

Sie: Salam. 3afak, wa7ed atay. (Hallo. Einen Tee, bitte.)

Kellner: Wakha.

(… der Tee kommt …)

Sie: Chokran.

Kellner: Bla jmil.

In der Medina

Händler: Aji, chouf! (Komm, schau mal!)

Sie: La, chokran.

Händler: Ghir chouf! (Nur schauen!)

Sie: La, chokran bezzaf. Bslama.

In einer vollen Gasse

Sie: Sme7i li! (Entschuldigung! — zu einer Frau)

Frau: Ma-chi mouchkil.

Beim Abendessen mit einer marokkanischen Familie

Gastgeber: Zid chwiya? (Noch ein bisschen?)

Sie: Safi, chokran, chb3t. Llah ykhlef.

Kleine Details, große Wirkung

  • Passen Sie die Form an. Sme7 li zu einem Mann, sme7i li zu einer Frau. Marokkaner schätzen die Mühe, auch wenn Sie es am Anfang verwechseln.
  • Danken Sie denen, die für Sie arbeiten. Ein chokran oder llah y3tik s-se77a an Taxifahrer, Kellner oder Reinigungskräfte wird bemerkt und geschätzt.
  • Höflichkeit gehört zur Begrüßung. Beginnen Sie mit salam und labas, bitten Sie mit 3afak und verabschieden Sie sich mit chokran. Das ganze Ritual steht in unserem Leitfaden zu Begrüßungen auf marokkanischem Darija.
  • Im Souk gehört Höflichkeit zum Geschäft. Chokran und wakha eröffnen und beenden eine Verhandlung: Lesen Sie, wie man im marokkanischen Souk handelt.

Kurze Übung

Sprechen Sie jede Antwort laut aus, bevor Sie nachsehen.

  1. Sie möchten einen Kaffee: „Einen Kaffee, bitte.“
  2. Ein Händler bietet Ihnen eine Tüte an. Sie brauchen keine.
  3. Sie treten im Bus einem Mann auf den Fuß.
  4. Ihr Gastgeber bietet Ihnen mehr Couscous an, aber Sie sind satt.

Lösungen: 1. wa7ed l-9ahwa, 3afak. 2. la, chokran. 3. sme7 li! 4. safi, chokran, chb3t. Llah ykhlef.

Ihr nächster Schritt

Für die richtige Aussprache (das 3 in 3afak und das 7 in sme7 li sind für die meisten Lernenden neu) hören Sie Muttersprachlern in unseren kostenlosen Darija-Audiolektionen (auf Englisch) zu. Und wenn Sie diese Sätze im Zusammenhang lernen möchten, mit der Grammatik, um eigene Bitten zu formulieren, begleiten Sie unsere Lehrbücher für marokkanisches Darija (auf Englisch) vom ersten chokran bis zu echten Gesprächen.

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Quellen und weiterführende Literatur